Opposition zur Hauptversammlung (29-04-2014)

29. April 2014, Dübendorf, Kanton Zürich, Schweiz



Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Generalversammlung,

Auf den ordentlichen Generalversammlungen berichte ich Ihnen regelmäßig über einen konkreten Fall des Holcim Konserns, über die Geschichte und Ereignisse des ungarischen Zementwerkes Hejőcsaba. Daraus können Sie eine Ansicht erhalten, was hinter den Zahlen des offiziellen Berichtes steckt.

Die Geschichte geht 1994 zurück. Damals, vor 19 Jahren kaufte eine im Eigentum von ungarischen Privatpersonen stehende Gesellschaft die Magyar Cement Kft. (Ungarische Zement GmbH) die Mehrheitsaktien von 57% der Aktiengesellschaft – der das Zementwerk Hejőcsaba antrieb –, und daneben die von der Gesellschaft seit ihrer Gründung im Rahmen eines Mietverhältnisses benutzten Mienen, Anbauflächen, Gebäuden und Produktionsanlagen, deren Bestandteilen und Zubehöre. In einem Wort: das Zementwerk selbst, als Sachgesamtheit.

Zu dieser Zeit waren in Ungarn fünf Zementwerke tätig, daraus vier Eigentum der Holcim und der Heidelberg. Im gesamten System wendenden Mittel-Ost Europa formte sich ein regionales Holcim-Lafarge-Heidelberg Zementmonopol aus. Das Zementwerk Hejőcsaba hat dieses Monopol gestört. Aus diesem Grunde, der Minderheitsaktionär des Zementwerkes, die Holcim wollte um jeden Preis verhindern, dass die Ungaren den Betrieb des Werkes übernehmen. Herr Thomas Schmidheiny, der damalige Präsident und Haupteigentümer des Holcim Konzerns kündeten an: „wir tun alles dafür, das Werk zu retten“.

Über die Rettungsaktion sind folgenden Tatsachen zu bemerken:

  1. Der Schmidheiny-Holcim Konzern bestätigt – in dem auch im unseren Besitz stehenden Schreiben – schriftlich an Herrn Tamás Suchmann – damaliger ungarische Privatisationsminister – zurück, dass der Konzern ihm die gewünschten 4 Millionen CHF auszahlt, wenn der Minister dem Konzern hilft die Aktien der Ungaren zu erwerben.

  2. Der Schmidheiny-Holcim Konzern kaufte von der Bank, die dem Ungaren Kredit leistet die Kreditforderung an. Im Einklang mit dem Vertrag überreicht die Bank an den Schmidheiny-Holcim Konzern die bei der Bank als Sicherheitsleistung hinterlegten Aktien des Zementwerkes.

  3. Der Schmidheiny-Holcim Konzern kündigt noch derselben Tag den Kreditvertrag den Ungaren, und überträgt an seine in Panama-, Jersey-Inseln-, Malaisen- und sonstigen Ländern registrierten off-shore Firmen.

  4. Die ungarischen Eigentümern des Zementwerkes wenden sich ans Gericht. Das Gericht erteilt in rechtskräftigen Urteilen:

    1. Der Schmidheiny-Holcim Konzern enteignete auf rechtswidriger Weise die Aktien der Ungaren.

    2. Die Ungaren schufen durch gültigem Kaufvertrag das Eigentum des Zementwerkes an.

    3. Die ungarische Eigentümer können berechtigterweise sagen, dass der Schmidheiny-Holcim Konzern ihr Zementwerkvermögen stahl.

Nach all diesen Vorgängen stellte der Schmidheiny-Holcim Konzern vor 4 Jahren das Werk ab, entließ die Arbeitnehmer und ist ausschließlich mit der Unermöglichung der Ungaren und des Neustartens tätig. Mit immer neuen rechtlichen Tricken behindert er, dass das Gericht die Besitzübergabe anordnen kann.

Diese haben die ungarische Eigentümer damit beendet, dass sie ein Vertragsangebot einer Rechtsanwaltskanzlei zur Besitzübergabe des Zementwerkes annahmen. Die rechtmäßige Inbesitznahme des Werkes erfolgte am 8. April. Der Schmidheiny-Holcim Konzern beantragte dagegen Besitzschutz, was die zuständige Behörde am 11. April rechtskräftig ablehnte. Die ungarische Eigentümer begonnen nach der Inbesitznahme des Werkes mit der Zustandsaufnahme und mit dem partiellen Neustart des Werkes. Hier behalten wir uns jetzt, über die zukünftigen Ereignisse berichten wir Ihnen in einem Jahr wieder.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.



Petra Kálmán

Magyar Cement Kft.