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Opposition zur Hauptversammlung (13-04-2015)

Holcim Ltd. Ordentliche Generalversammlung, 13.04.2015 (Hallenstadion, Zürich, Schweiz)


P. Kálmán, Magyar Cement Kft., Ungarn



Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrter Vorstand, sehr geehrte Aktionäre,

Hier, an der Generalversammlung – seit mehreren Jahren – ergreife ich das Wort als Aktionärin von Holcim, und gleichzeitig als Vertreterin der ungarischen Privatpersonen, die die ausschließliche Eigentümer des ungarischen Zementwerkes Hejőcsaba sind. Als Aktionärin möchte ich meine größte Anerkennung bezüglich der Tätigkeit der jetzigen Leitern der Gesellschaften äußern was das letzte Jahr betrifft.

Nicht nur, und nicht vor allem wegen der äußerst imponierenden Bilanzdaten, sondern deshalb, weil nach unserer Überzeugung der Holcim Konzern sich auf dem richtigem Weg machte. In allen Aspekten möchte er das Beste sein und es ist zu sehen, dass er im Interesse dieses Zieles erhebliche Schritte vornimmt.

Er macht sich bereit für den Wettbewerb.

Die Fusion mit Lafarge ist nur ein Element dieses Konzepts, selbst wenn auch ein so bedeutsames. Deshalb aber hier herausstehen, dass Sie all dies von mir hören, würde kein Sinn haben.

Deshalb setze ich fort.

Die neue Konzernleitung war zugleich nicht fähig zu erkennen, dass einzelne akute Probleme mit den gewöhnlichen Entscheidungsmechanismen nicht gelöst werden können, für die Behandlung dieser Situationen die individuelle Haftungsnahme der Entscheidungsträger vonnöten ist.

Hier unser Beispiel.

Sie alle, Herr Präsident und die andere Herren und Frauen in dem Vorstand wissen, dass nunmehr vor mehr als 20 Jahren die Holcim Konzern aneignete auf rechtswidriger Weise, und ist keine Übertreibung zu sagen – ist zu lesen im Urteil des ungarischen Oberstes Gericht -, dass Sie unser Zementwerk gestohlen haben.

Was haben Sie früher gemacht, und was machen Sie derzeit gemäß ihrem altgewöhnlichen Problemlösungsmechanismus?

Sie holen Berichte von Ihren unterschiedlichen Abteilungen, Anwaltskanzleien ein, suchen Ausflüchte, und nicht mehr nur nach außen, sondern einander und auch sich selbst anlügen.

Was brauchen noch Ihre zuständige Leiter dazu, um diese unmögliche Situation zu zurechtzustellen außer dem, dass Sie eindeutig wissen: im Namen des Holzim Konzern einige Holzim Gauner das Vermögen von Anderen gestohlen haben?

Was machen Sie in dieser Situation? Durch Ihrem Botschafter und allen mobilisierbaren Personen und Organisationen des Schweizer Staatsapparats, und durch totalen Einsatz ihrer unerschöpflichen Interessendurchsetzungmitteln probieren zu verhindern, dass die gerechte Eigentümern des Zementwerkes Hejőcsaba die Fabrik im Gang bringen.

Ich nehme an, dass Sie nicht ernst glauben, dass wir aufgeben.

Sie kennen möglicherweise besser schon unsere Geschichte, unser Ministerpräsident und uns selbst zu wissen: Ungarn war Land der Freiheitskämpfer, ist sowohl heute und bleibt das auch. (Zitat von Ihm.)

An der jährlichen Generalversammlung ist erwartet auf der Sprache der Zahlen zu sprechen.

Deshalb schließe ich meine Ansprache damit, dass ich aufzähle, welche Schadenersatzprozesse gerade gegen Holcim Konzern im Laufe sind, deren Rechtsgrund bereits rechtskräftige Gerichtsurteile festgestellt haben:

  • Aktienprozess: gemäß maßgebendem Gutachten ist der verursachte Schaden durch Aneignung unseren Aktien:
     43 637 345 CHF (gezählt mit dem Kurs vom letzten Freitag)
    Dazu gehörige gesetzliche Verzugszinsen:
    208 480 900 CHF
  • Anlagenprozess: gezählt mit dem Mietzins, früher Holcim zahlte, wegen der 20 jährigen bösgläubigen Benutzung – ohne Rechtstitel – die Nutzungsgebühr:
     87 469 225 CHF
    Dazu gehörige gesetzliche Verzugszinsen:
    67 821 405 CHF
  • Dazu kommen die Kosten vom Neustarten der Fabrik, die nach Durchführbarkeitsstudien    48 780 488 CHF

Alles zusammen beträgt 456 189 362 CHF.

Im Vergleich zu den Zahlen in Milliarden- und Zehnmilliardenhöhe in der Bilanz können Sie sagen, dass es nicht zu viel ist.

Sie können aber auch sagen, dass es zu viel ist. Dazu erlauben Sie mir einen anderen Klassiker zitieren: hätten Sie weniger gestohlen haben.

Treu zu Ihren Gewohnheiten können Sie auch sagen, dass nicht die Hälfte davon Wahr ist.

Wir haben das schon 20 Jahre früher gehört, als Herr Schmidheiny gesagt hat: wir dürfen nicht lassen, dass einige die Kontrolle über unseren Anlagen, Investitionen ergreifen. Danach stellte sich heraus, wer die Anlage von wem ergreifen wollte.

Die Wahrheit kommt früher oder später ans Tageslicht, als Schluss auch einen Klassiker anzuführen.


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.